Feeder Cattle vs Live Cattle: Die zwei CME-Futures-Kontrakte für die gesamte Rindfleisch-Lieferkette

Definition von Feeder Cattle und Live Cattle
Feeder Cattle sind Rinder — in der Regel mit einem Gewicht von 600–900 Pfund (ca. 270–410 kg) —, die die Weidephase abgeschlossen haben und bereit für die Mastphase zur abschließenden Getreidefütterung sind. Live Cattle sind dieselben Tiere nach der Mastphase: voll ausgemästete Tiere mit einem Gewicht von 1.200–1.500 Pfund (ca. 545–680 kg), die schlachtreif sind. Die CME Group betreibt separate Futures-Kontrakte für jedes Stadium — Feeder Cattle (Ticker: GF) und Live Cattle (Ticker: LE) —, die es Erzeugern, Mastbetrieben und Schlachthöfen ermöglichen, das Preisrisiko über den gesamten Produktionszyklus von Rindfleisch abzusichern.


Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Feeder Cattle und Live Cattle? Der biologische Unterschied
  2. Der Rindfleisch-Produktionszyklus: Von der Geburt bis zur Schlachtung
  3. Feeder Cattle Futures (GF): Kontraktspezifikationen
  4. Der CME Feeder Cattle Index: Worauf Ihr Futures-Kontrakt tatsächlich basiert
  5. Live Cattle Futures (LE): Kontraktspezifikationen
  6. Warum ein Kontrakt in bar und der andere durch physische Lieferung abgewickelt wird
  7. Vergleichstabelle
  8. Der Cattle Crush Spread
  9. Wie der USDA Cattle on Feed Report beide Märkte beeinflusst
  10. Häufig gestellte Fragen
  11. Wichtige Erkenntnisse

Was sind Feeder Cattle und Live Cattle? Der biologische Unterschied

Wenn ein Kalb auf einer Ranch in Kansas geboren wird, wiegt es etwa 80 Pfund. Bis es in einen Schlachtbetrieb gelangt, wiegt es 1.300 Pfund — und dazwischen wurde sein Preis an der Chicago Mercantile Exchange abgesichert. Für diese Reise gibt es zwei getrennte Futures-Kontrakte: einen für die Aufzuchtphase und einen für das schlachtreife Tier.

Die biologische Abstufung der Rindfleischproduktion schafft zwei unterschiedliche wirtschaftliche Rohstoffe:

Feeder Cattle sind junge Rinder — Ochsen (kastrierte Männchen) oder Färsen (junge Weibchen) —, die die Weide- und Aufzuchtphase abgeschlossen haben und bereit für einen kommerziellen Mastbetrieb sind. Das entscheidende Merkmal ist das Gewicht: 600–900 Pfund (obwohl die CME-Spezifikationen für Medium und Large Frame #1 Ochsen einen Bereich von 600–849 lbs zulassen, die am häufigsten gehandelte Spezifikation).

Bei diesem Gewicht ist das Tier so weit gewachsen, dass eine effiziente Getreidefütterung wirtschaftlich wird. Unter etwa 500 lbs entwickelt das Tier noch Skelett- und Organsysteme und wandelt Getreide nicht so effizient in Muskelmasse um. Über 900 lbs bei Mastbeginn erreicht das Tier zwar schnell das Schlachtgewicht, hat aber einen Teil der potenziellen Effizienz bei der Gewichtszunahme eingebüßt.

Live Cattle (auch “Fed Cattle” oder “Fat Cattle” genannt) sind dieselben Tiere nach Abschluss der Mastphase — mit Getreide gefüttert und schlachtreif. Die Spezifikationen der CME Live Cattle Kontrakte konzentrieren sich auf Tiere mit einem Gewicht von 1.050–1.500 lbs, wobei der ideale Schlachtgewichtsbereich bei etwa 1.200–1.400 lbs liegt.

Das Preisverhältnis zwischen Feeder Cattle und Live Cattle — sowie die Kosten für das dazwischen verfütterte Getreide — bestimmt die Wirtschaftlichkeit der Mastbetriebe. Dieses Verhältnis wird im Cattle Crush Spread formalisiert, der in Abschnitt 8 erklärt wird.


Der Rindfleisch-Produktionszyklus: Von der Geburt bis zur Schlachtung

Um zu verstehen, warum zwei Futures-Kontrakte existieren, muss man den gesamten Produktionszyklus verstehen und wissen, wer in welcher Phase das Preisrisiko trägt.

Phase 1: Mutterkuhhaltung (0–8 Monate)

Wer: Züchter (oft “Mama Cow Operations” genannt)

Fleischrinder werden zur Kalbproduktion gehalten. Eine typische Fleischkuh bringt ein Kalb pro Jahr zur Welt. Das Kalb wird im späten Winter/Frühjahr geboren (Januar–März ist die Hauptkalbesaison für im Frühjahr geborene Kälber). Das Kalb säugt und weidet dann mit seiner Mutter bis zur Entwöhnung mit etwa 6–8 Monaten, wobei es 450–600 lbs erreicht.

Risikoexposition: Das Risiko der Züchter ist in erster Linie der Wert des entwöhnten Kalbes. Wenn die Preise für Feeder Cattle zwischen Zucht und Entwöhnung fallen, erhält der Züchter weniger für sein Kalb als geplant. Dieses Risiko ist nicht einfach mit CME-Futures abzusichern, da das Tier bei der Entwöhnung (400–550 lbs) leichter ist als die lieferbare Spezifikation für den Feeder Cattle-Kontrakt (600–849 lbs). Die Züchter haben nur begrenzte direkte Absicherungsinstrumente.

Phase 2: Aufzuchtbetrieb/Backgrounding (8–14 Monate)

Wer: Stocker-Betriebe, oft auf gepachtetem Weideland

Leichtere Kälber (450–600 lbs bei Entwöhnung) kommen oft zu Stocker-Betrieben, die sie auf Weiden, Ernterückständen oder Weizenfeldern grasen lassen. Die Stocker-Phase fügt 150–250 lbs Gewicht durch grasbasierte Fütterung hinzu, was kostengünstiger ist als die Mastfütterung.

Der Stocker-Betrieb kauft leichte Kälber und verkauft fertige Stockers (600–850 lbs) an Mastbetriebe. Sie tragen das Risiko von: Kaufpreis der Kälber, Futterkosten und dem Preis für Feeder Cattle, den sie beim Verkauf erzielen werden. Stocker-Betriebe können ihren Verkaufspreis mit dem CME Feeder Cattle Futures-Kontrakt absichern, da ihre Tiere in den lieferbaren Gewichtsbereich fallen.

Phase 3: Mastbetrieb (14–18 Monate)

Wer: Kommerzielle Mastbetriebe (Betriebe mit über 1.000 Tieren; große Anlagen halten 25.000–150.000+ Tiere)

Der Mastbetrieb kauft Feeder Cattle (600–849 lbs) von Stocker-Betrieben oder direkt von Züchtern. Die Tiere erhalten eine energiereiche Nahrung — hauptsächlich Mais, Schlempe und Raufutter — für 3–5 Monate, bis sie das Schlachtgewicht (1.200–1.400 lbs) erreichen. Ein typisches Masttier nimmt etwa 3,0–3,5 lbs pro Tag zu.

Der Mastbetrieb hat eine gleichzeitige Exposition gegenüber drei Marktpreisen:
1. Dem Feeder Cattle Preis (was sie für den Kauf des Tieres bezahlt haben)
2. Dem Maispreis (was sie für die Fütterung bezahlen)
3. Dem Live Cattle Preis (was sie erhalten, wenn sie an einen Schlachthof verkaufen)

Der Mastbetrieb sichert das Preisrisiko für Live Cattle mit CME Live Cattle (LE) Futures ab und kann das Maispreisrisiko mit CBOT Mais (ZC) Futures absichern.

Phase 4: Schlachtung und Verarbeitung

Wer: Rindfleisch-Verarbeiter (JBS, Tyson Foods, Cargill/Excel, National Beef — die “Big Four”, die etwa 85 % der US-Mastbullen verarbeiten)

Die Schlachthöfe kaufen Live Cattle von Mastbetrieben (auf Basis von Formelpreisen, Terminkontrakten oder Spotmarkt) und verarbeiten sie zu Schlachtkörpern, Teilstücken und verpacktem Rindfleisch. Das Risiko der Verarbeiter ist die Spanne zwischen dem Viehkaufpreis und dem Großhandels-Rindfleischpreis — gemanagt durch Termingeschäfte mit Einzelhändlern und Gastronomie-Einkäufern.


Feeder Cattle Futures (GF): Kontraktspezifikationen

Spezifikation Details
Börse CME Group (Chicago Mercantile Exchange)
Ticker GF
Kontraktgröße 50.000 lbs (ca. 55–60 Ochsen)
Preiseinheit US-Cent pro Pfund
Minimale Preisschwankung $0,00025/lb ($12,50/Kontrakt)
Lieferbare Qualität Medium und Large Frame Nr. 1–2 Feeder Steers, 600–849 lbs
Abwicklungsmethode Barausgleich (Cash settled) auf den CME Feeder Cattle Index
Kontraktmonate Januar, März, April, Mai, August, September, Oktober, November
Letzter Handelstag Letzter Donnerstag des Kontraktmonats

Die Kontraktgröße von 50.000 lbs ist ein wichtiger Punkt: Der Kontrakt repräsentiert etwa 55–60 Ochsen im mittleren Gewichtsbereich (ca. 750 lbs). Ein Mastbetrieb mit 1.000 Feeder Cattle müsste etwa 15–16 Kontrakte halten, um die gesamte Position abzusichern.

Barausgleich bedeutet, dass keine physische Lieferung von Rindern für den Feeder Cattle-Kontrakt erfolgt. Der Kontrakt wird auf Basis des CME Feeder Cattle Index abgewickelt — ein berechneter Wert, der im nächsten Abschnitt beschrieben wird. Dies unterscheidet ihn vom Live Cattle-Kontrakt, der eine physische Lieferung ermöglicht.

Liefermonate spiegeln die Saisonalität wider: Der Zustrom von Feeder Cattle in Mastbetriebe erreicht im Spätsommer und Herbst (August–November) seinen Höhepunkt, wenn die im Frühjahr geborenen Kälber entwöhnt und in die Masten gebracht werden. Das Fehlen von Februar-, Juni-, Juli- und Dezember-Kontraktmonaten spiegelt die geringere Marktaktivität in diesen Perioden wider.


Der CME Feeder Cattle Index: Worauf Ihr Futures-Kontrakt tatsächlich basiert

Der CME Feeder Cattle Index ist kein Futures-Preis — er ist ein täglich berechneter Wert, der den gewichteten Durchschnittspreis der tatsächlichen Feeder Cattle-Verkäufe auf physischen Märkten in den USA darstellt.

Wie der Index berechnet wird:
Die CME lizenziert die Daten für die Feeder Cattle-Preise vom Agricultural Marketing Service (AMS) des USDA. Das USDA AMS sammelt die Verkaufspreise für Feeder Cattle von Viehauktionen und Video-/Internet-Verkaufsplattformen in den wichtigsten Bundesstaaten (Kansas, Oklahoma, Texas, Nebraska, Colorado, South Dakota und andere). Diese gemeldeten Preise werden nach Volumen gewichtet und um Gewichtsunterschiede bereinigt, um einen täglichen Indexwert zu erhalten.

Warum Barausgleich auf einen Index?

Der Index ist für Feeder Cattle sinnvoller als eine physische Lieferung, weil:

  1. Geografische Streuung: Feeder Cattle werden auf Hunderten von Viehauktionen in den Great Plains und im Westen der USA gekauft und verkauft. Es gibt keinen einzelnen Lieferpunkt, der dem von Cushing, Oklahoma für WTI-Öl entspricht.
  2. Variabilität der Qualität: Die Tiere variieren in Körperbau, Muskelzustand und Gesundheitsstatus, was eine standardisierte physische Lieferung in großem Maßstab unpraktisch macht.
  3. Konvergenz: Der Index bildet die Kassa-Marktpreise genau ab, sodass der Futures-Preis bei Fälligkeit gegen den tatsächlichen Marktwert konvergiert — dies verleiht dem Kontrakt seine Effektivität zur Absicherung ohne die Logistik einer physischen Lieferung.

Basis auf dem Feeder Cattle-Markt: Der Unterschied zwischen dem CME GF Futures-Preis und dem lokalen Kassapreis, den ein Mastbetrieb tatsächlich zahlt, wird als Basis bezeichnet. Die Basis spiegelt die lokalen Angebots- und Nachfragebedingungen im Verhältnis zum nationalen Markt wider. Mastbetriebe in Regionen mit einem großen Angebot an Feeder Cattle sehen sich einem schwächeren lokalen Preis gegenüber (negative Basis); Regionen mit knappem Angebot sehen sich stärkeren Preisen gegenüber (positive Basis). Die Verwaltung des Basis-Risikos ist eine Schlüsselkompetenz bei der Absicherung von Feeder Cattle.


Live Cattle Futures (LE): Kontraktspezifikationen

Spezifikation Details
Börse CME Group (Chicago Mercantile Exchange)
Ticker LE
Kontraktgröße 40.000 lbs (ca. 30–33 Tiere bei ~1.300 lbs)
Preiseinheit US-Cent pro Pfund
Minimale Preisschwankung $0,00025/lb ($10,00/Kontrakt)
Lieferbare Qualität USDA Yield Grade 3 oder besser, Lebendgewicht 1.050–1.500 lbs
Abwicklungsmethode Physische Lieferung an zugelassenen Punkten in Kansas, Nebraska, Colorado, Texas, Iowa
Kontraktmonate Februar, April, Juni, August, Oktober, Dezember
Letzter Handelstag Letzter Geschäftstag des Kontraktmonats

Die Kontraktgröße von 40.000 lbs ist etwas kleiner als beim Feeder Cattle-Kontrakt. Bei typischen Schlachtgewichten von 1.300 lbs repräsentiert der Kontrakt etwa 30–33 Tiere.

Physische Lieferung unterscheidet den Live Cattle-Kontrakt vom Feeder Cattle-Kontrakt. Ein Käufer (Long), der den Kontrakt bis zur Lieferperiode hält, muss die Lieferung der tatsächlichen Rinder an zugelassenen Mastbetrieben und Lieferpunkten in den wichtigsten Viehstaaten akzeptieren. Ein Verkäufer (Short), der den Kontrakt bis zur Lieferung hält, muss die spezifikationskonformen Rinder bereitstellen.

In der Praxis wird die überwiegende Mehrheit der Live Cattle-Kontrakte vor der Lieferung geschlossen oder gerollt. Aber der Mechanismus der physischen Lieferung sorgt für die Konvergenz zwischen den Futures-Preisen und den tatsächlichen Kassamarktpreisen — Händler wissen, dass Arbitrageure die Lücke durch tatsächliche Lieferung ausnutzen, wenn sich die Futures zu weit vom Kassamarkt entfernen.

Liefermonate spiegeln den Vermarktungskalender wider: Die Liefermonate Februar, April, Juni, August, Oktober und Dezember entsprechen den erwarteten Vermarktungsperioden für Rinder, die etwa 4–6 Monate zuvor in die Mast gegeben wurden.


Warum ein Kontrakt in bar und der andere durch physische Lieferung abgewickelt wird

Der Unterschied in der Abwicklungsmethode zwischen beiden Kontrakten spiegelt die physische Realität jedes Marktes wider.

Live Cattle — Physische Lieferung: Ein ausgewachsener, schlachtreifer Ochse mit 1.300 lbs ist ein relativ standardisiertes Produkt. Es gibt zugelassene Lieferpunkte (Mastbetriebe und Auktionsanlagen) in der Nähe großer Schlachthöfe in Kansas, Nebraska, Texas, Iowa und Colorado. Ein großer kommerzieller Mastbetrieb kann zuverlässig Tiere der erforderlichen Qualität liefern. Die physische Lieferung schafft einen direkten Anker zwischen Futures-Preisen und der tatsächlichen Rindfleisch-Lieferkette — wenn die Futures-Preise im Verhältnis zum Kassamarkt zu hoch sind, können Schlachthöfe Futures kaufen und sich beliefern lassen; wenn die Futures zu niedrig sind, können Mastbetriebe verkaufen und liefern.

Feeder Cattle — Barausgleich: Ein Tier im Feeder-Gewicht von 650–800 lbs ist weit weniger standardisiert und wird auf Hunderten von regionalen Auktionsmärkten in den Great Plains gehandelt. Es gibt keinen praktischen zentralen Lieferpunkt. Die Alternative — die Abrechnung auf Basis eines sorgfältig konstruierten Index der tatsächlichen Kassamarktpreise — erreicht das gleiche Konvergenzziel, ohne eine zentralisierte Infrastruktur für physische Lieferungen zu benötigen.

Dieser Abwicklungsunterschied hat praktische Auswirkungen auf Hedger:


Vergleichstabelle

Merkmal Feeder Cattle (GF) Live Cattle (LE)
Börse CME Group CME Group
Ticker GF LE
Entwicklungsphase Vor der Mast (weidefertig) Mastfertig (schlachtreif)
Gewichtsbereich 600–849 lbs 1.050–1.500 lbs
Kontraktgröße 50.000 lbs (~55–60 Tiere) 40.000 lbs (~30–33 Tiere)
Abwicklung Bar (CME Feeder Cattle Index) Physische Lieferung
Liefermonate Jan/Mär/Apr/Mai/Aug/Sep/Okt/Nov Feb/Apr/Jun/Aug/Okt/Dez
Hauptnutzer (Hedger) Stocker-Betriebe, Mastbetriebe Mastbetriebe, Schlachthöfe
Wichtigster Preistreiber Maispreise (umgekehrt), Zuchtherdengröße Rindfleischnachfrage, Margen, Angebot
Zeit bis zur Vermarktung Preis bildet heutigen Wert ab Bildet aktuellen schlachtreifen Wert ab

Der Cattle Crush Spread

Der Cattle Crush Spread (manchmal auch als Rindermastmarge oder Bruttomastmarge bezeichnet) ist der theoretische Gewinn oder Verlust aus dem Kauf von Feeder Cattle, der Mast bis zum Schlachtgewicht und dem Verkauf der fertigen Live Cattle — ausgedrückt in Werten, die mit Futures-Kontrakten gehandelt werden können.

Die Formel:

Cattle Crush = (Live Cattle Preis × 1.400 lbs) − (Feeder Cattle Preis × 750 lbs) − (Maiskosten × verbrauchtes Getreide)

In Futures-Marktbegriffen, unter Verwendung ungefährer Umrechnungsfaktoren:

Crush Value = (LE Preis × 400 cwt) − (GF Preis × 7,5 cwt) − (ZC Preis × 50 Scheffel)

Wobei:
– LE in Cents pro Pfund
– GF in Cents pro Pfund
– ZC (CBOT Mais) in Cents pro Scheffel
– Die 50 Scheffel Mais entsprechen einem ungefähren Maisverbrauch pro Tier während der Mastphase (der tatsächliche Verbrauch variiert je nach Ration, Masttagen und Einzeltierleistung)

Beispiel (vereinfacht):
– Feeder-Ochse gekauft bei 750 lbs × $1,60/lb = $1.200 Kosten
– Verbrauchter Mais: ~50 Scheffel × $5,00/Scheffel = $250 Futterkosten
– Andere Kosten (Platz, Tierarzt, Arbeit): ca. $100/Tier
– Gesamtkosten: $1.550/Tier
– Verkauf des Mastochsen bei 1.400 lbs × $1,20/lb = $1.680 Umsatz
– Bruttomarge: $130/Tier

Dieses Beispiel zeigt eine positive Mastökonomie. Wenn der Crush negativ ist — Feeder-Kaufpreis und Futterkosten übersteigen den erwarteten Wert des schlachtreifen Tieres —, verlieren Mastbetriebe Geld. Rationale Mastbetreiber reduzieren ihre Bestände, wenn der Crush dauerhaft negativ ist, was das zukünftige Live Cattle-Angebot verringert und letztlich die Preise stützt.

Der Cattle Crush als handelbarer Spread: Erfahrene Mastbetriebe und Rohstoffhändler können den Crush als Spread-Position handeln — Kauf von Live Cattle Futures (Output) bei gleichzeitigem Verkauf von Feeder Cattle Futures (Input) und gleichzeitigem Kauf von Mais-Futures (Futterkosten). Dieser Spread-Trade sichert eine spezifische Mastmarge zum Zeitpunkt der Einstallung und verwandelt die unsichere Wirtschaftlichkeit in ein bekanntes Ergebnis.

Warum Maispreise so wichtig sind: Mais macht etwa 40–50 % der variablen Kosten eines Mastbetriebs aus. Ein Anstieg der Maispreise um $1/Scheffel an der CBOT erhöht direkt die Futterkosten pro Tier um etwa $50–60. Deshalb ist die Berechnung der Rindermastmarge entscheidend für die Entscheidungen der Mastbetreiber.


Wie der USDA Cattle on Feed Report beide Märkte beeinflusst

Der monatliche “Cattle on Feed”-Bericht des USDA — veröffentlicht am dritten Freitag jeden Monats um 15:00 Uhr Eastern Time — ist die marktstärkste regelmäßige statistische Veröffentlichung für CME Live Cattle (LE) und Feeder Cattle (GF) Futures.

Was der Bericht enthält

Der Bericht veröffentlicht vier Kennzahlen für Mastbetriebe mit über 1.000 Tieren Kapazität in 13 wichtigen Bundesstaaten:
1. Total Cattle on Feed (Bestand zu Monatsbeginn)
2. Placements (Rinder, die während des Monats in die Mast kamen)
3. Marketings (Rinder, die während des Monats zur Schlachtung geliefert wurden)
4. Andere Abgänge (Todesfälle und sonstige Abgänge)

Wie er die Live Cattle-Preise beeinflusst

Placements sind die Schlüsselkennzahl für Live Cattle Futures. Rinder, die in einem Monat in die Mast kommen, werden etwa 4–6 Monate später vermarktet (geschlachtet). Daher beeinflussen die Placements im Oktober das Angebot an Live Cattle für Februar–März.

Wie er die Feeder Cattle-Preise beeinflusst

Die Auswirkungen des Berichts auf Feeder Cattle (GF) sind differenzierter:

Der Reaktionsmechanismus

CME-Vieh-Futures sind während der Veröffentlichung um 15:00 Uhr geschlossen. Der elektronische Handel (CME Globex) nimmt den Betrieb nach der Veröffentlichung wieder auf, und die ersten elektronischen Kurse zeigen die unmittelbare Reaktion des Marktes. Bis zur regulären Sitzung am nächsten Morgen hat der Markt die Implikationen des Berichts in der Regel eingepreist.

Das Ausmaß der Preisreaktion hängt von der Größe der Überraschung im Vergleich zu den Schätzungen der Analysten ab. Ein Wert bei den Placements, der 5 % über der durchschnittlichen Schätzung liegt, bewegt die Preise stärker als einer, der 1 % darüber liegt.


Häufig gestellte Fragen

Kann ein kleiner Mastbetrieb CME-Futures zur Absicherung nutzen?

Ja, aber mit Einschränkungen. Ein Mastbetrieb mit 500 Tieren und Rindern mit einem Durchschnittsgewicht von 750 lbs hat eine Feeder Cattle-Exposition von 375.000 lbs — das entspricht etwa 7,5 Feeder Cattle-Kontrakten. CME-Kontrakte sind theoretisch für jeden zugänglich, aber das Basisrisiko erfordert Marktkenntnisse vor Ort. Viele kleinere Betriebe nutzen OTC-Instrumente oder Festpreiskontrakte mit Viehlieferanten anstelle der direkten CME-Futures.

Was ist der “Choice-Select Spread” und wie bezieht er sich auf Live Cattle Futures?

Der Choice-Select Spread ist die Preisdifferenz zwischen USDA Choice und Select Rindfleisch. Beide Qualitäten sind für den CME Live Cattle-Kontrakt lieferbar (mit unterschiedlichen Abschlägen), aber der Spread gibt Verarbeitern und Mastbetrieben Auskunft über die relative Nachfrage nach Rindfleischqualität. Ein breiterer Spread ist positiv für Mastbetriebe, da er Rinder mit höherer Marmorierung belohnt, die tendenziell länger mit energiereichen Rationen gefüttert werden.

Warum bewegen sich Feeder Cattle-Preise manchmal anders als Live Cattle-Preise?

Sie repräsentieren unterschiedliche Zeitpunkte in derselben Lieferkette. Die heutigen Feeder Cattle-Preise spiegeln aktuelle Erwartungen an die Mastökonomie für die nächsten 4–6 Monate wider. Wenn die Maispreise fallen, kann die Nachfrage der Mastbetriebe nach Feeder Cattle steigen, auch wenn die Live Cattle-Preise stagnieren. Wenn Schlachthöfe bei der Verarbeitung Probleme haben, können Live Cattle-Preise fallen (Angebot größer als Nachfrage beim Schlachter), während die Preise für Feeder Cattle stabil bleiben.

Wie verhalten sich Viehmärkte zu Rindfleisch-Einzelhandelspreisen?

Die Kette ist lang und umfasst bedeutende Margenschichten. Der Preis für lebende Tiere bei der Schlachtung wird in den Preis für das Schlachtgewicht umgerechnet. Die Einzelhandelspreise spiegeln das verpackte Rindfleisch zuzüglich der Einzelhandelsmarge, Schwund und Handhabung wider. Live Cattle-Preise und Einzelhandelspreise bewegen sich langfristig in die gleiche Richtung, aber die Einzelhandelspreise hinken den Futures-Preisen um Wochen bis Monate hinterher.

Was ist ein Forward-Kontrakt bei Vieh und wie unterscheidet er sich von einer Futures-Absicherung?

Ein Forward-Kontrakt ist eine bilaterale Vereinbarung zwischen einem Mastbetrieb und einem Schlachthof, eine bestimmte Anzahl von Rindern an einem bestimmten Datum zu einem bestimmten Preis zu liefern. Im Gegensatz zu CME-Futures sind Forwards nicht standardisiert, nicht börsengehandelt und nicht leicht vor Fälligkeit auszugleichen. Die meisten Käufe der großen Schlachthöfe werden über einen Mix aus Spotmarkt, Formelpreisen und Forward-Kontrakten ausgehandelt. CME-Futures werden primär von Mastbetrieben zur Absicherung ihres Bestandsrisikos genutzt, nicht von Schlachthöfen (die ihre eigenen Forward-Systeme haben).


Wichtige Erkenntnisse

Weiterführende Lektüre

Um die in diesem Artikel behandelten Themen zu vertiefen, erkunden Sie diese verwandten Leitfäden: the feed grain that drives the cost of putting weight on cattle.

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